Internationaler Tag der sauberen Energie: Der kirchliche Energiekreislauf als Wegbereiter nachhaltiger Transformation

Am 26. Januar zelebrieren wir den Internationalen Tag der sauberen Energie, eingeführt von der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Dieser Tag, der mit der Gründung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) zusammenfällt, ruft zu einem gerechten und inklusiven Übergang zu sauberer Energieerzeugung auf – zum Wohl der Menschen und des Planeten. Saubere Energie ist zentral für die Herausforderungen des Klimawandels und der sozioökonomischen Entwicklung, besonders in Regionen ohne Zugang zu zuverlässigen Energiequellen. Trotz Verbesserungen sind wir noch weit entfernt vom Erreichen des Nachhaltigen Entwicklungsziels 7 (SDG 7), das bis 2030 nachhaltige und moderne Energie für alle anstrebt. Der Internationale Tag der sauberen Energie betont die Dringlichkeit, von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare, umweltfreundliche Energiequellen umzusteigen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und globale Energiegerechtigkeit zu fördern.

Saubere Energie für die Sozial- und Gesundheitswirtschaft

Wir beim Change Hub engagieren uns für nachhaltige, soziale und ökologische Transformationen und sehen im Internationalen Tag der sauberen Energien eine wichtige Gelegenheit auch unsererseits auf die Bedeutung erneuerbarer Energiequellen hinzuweisen. Als Teil der Social Impact Community und angesichts unserer Werte und Prinzipien, die auf Nachhaltigkeit, sozial-ethischem Handeln und Innovationsbereitschaft basieren, ist es uns wichtig, über Initiativen zu berichten, die die Energiewende unterstützen. Trotz der unterschiedlichen Auffassungen über den Begriff “saubere Energie” auf der UN-Ebene bleibt es unser Ziel, auf die Bedeutung regenerativer Energiequellen für die Zukunft unserer Gesellschaft und Umwelt hinzuweisen.

Der kirchliche Energiekreislauf

Im Zuge dessen haben wir ein inspirierendes Gespräch mit Hans Christoph Reese, Leiter Nachhaltige Kundenprojekte bei der Evangelischen Bank und Experte auf dem Gebiet, geführt, in dem er uns wertvolle Einblicke in ein von der Tochtergesellschaft EB-SIM initiiertes Projekt, den „kirchlichen Energiekreislauf“ geben konnte. Den Impuls für das Projekt gaben Kunden der HKD – Handelsgesellschaft für Kirche und Diakonie, einer weiteren Tochtergesellschaft der Evangelischen Bank, die Kunden aus Kirche und Sozialwirtschaft mit günstigen Stromverträgen versorgt. Das entwickelte Modell zielt darauf ab, die Herausforderungen der Energiewende innerhalb der Kirche und der Sozialwirtschaft anzugehen und unterstützt die Zielsetzung der Klimaneutralität bis 2035.

Der sogenannte „kirchliche Energiekreislauf“ basiert auf einem innovativen Ansatz, der die Nutzung und Erzeugung erneuerbarer Energien auf kirchlichen und sozialwirtschaftlichen Flächen ermöglicht, um Energieeffizienz zu steigern und CO2-Emissionen zu senken. Dieses System beinhaltet den Betrieb von Photovoltaik-Anlagen auf Dächern und die Nutzung von Windenergie auf geeigneten Flächen. Kirchen und sozialwirtschaftliche Einrichtungen können sich flexibel und bedarfsgerecht aussuchen, an welchen Stellen des Energiekreislaufs sie partizipieren möchten: nur durch Pachteinnahmen oder auch durch eine Beteiligung an der Eigentümerin der Anlagen, dem Fonds oder direkt an seiner Projektgesellschaft. Außerdem ist auch die Direktabnahme des erzeugten Stroms und damit die Sicherung günstiger Energie möglich. Teilnehmer können somit an mehreren Stellen finanziell profitieren und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.

Ein entscheidender Aspekt des kirchlichen Energiekreislaufs ist die Tatsache, dass dieser geschlossen sein soll, um sicherzustellen, dass die Energieerzeugung und -nutzung im Einklang mit kirchlichen und sozialwirtschaftlichen Werten erfolgt. Konkret soll die Beteiligung branchenfremder Projektentwickler und Investoren vermieden werden, da schwer zu gewährleisten ist, dass deren Interessen mit denen von Kirche und Sozialwirtschaft übereinstimmen. Energie und Geld bleiben in einem geschlossenen Kreislauf. Durch den kirchlichen Energiekreislauf können Kirchen und sozialwirtschaftliche Einrichtungen nicht nur Energiekosten reduzieren, sondern auch aktiv zur Klimaneutralität beitragen und gleichzeitig ihre Unabhängigkeit wahren.

Institutionen können damit ihre Ressourcen nutzen, um nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch nachhaltig zu handeln. Dieser Ansatz trägt dazu bei, die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen und gleichzeitig soziale Verantwortung zu übernehmen. Für uns beim Change Hub ist der kirchliche Energiekreislauf ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Co-Creation und Zusammenarbeit zu greifbaren, positiven Veränderungen in unserer Gesellschaft führen können.