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CSRD-Berichterstattung in der Praxis – Ein Bericht aus der Evangelischen Bank

Wir sprechen mit Manuel Viehmann, dem Projektleiter für die CSRD-Berichterstattung in der Praxis bei der Evangelischen Bank. Er gibt Einblicke in die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung der CSRD-Berichterstattung in der Praxis. Seine Erfahrungen bieten wertvolle Erkenntnisse, die insbesondere für kirchliche Träger und sozialwirtschaftliche Organisationen von Bedeutung sind, da die Anforderungen der CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) viele ähnliche Berichtsverpflichtungen mit sich bringen.

Was waren die zentralen Erfolgsfaktoren in der Initialisierungsphase des CSRD-Projekts?

Manuel Viehmann: „Der Start eines solchen Projekts zur CSRD-Berichterstattung in der Praxis erfordert eine eindeutige Positionierung in der Organisation und das richtige Staffing, wer ist Sponsor des Projektes und welche kapazitativen Freiräume bekommen die für die Umsetzung verantwortlichen Mitarbeitenden eingeräumt. Es war wichtig, das Ambitionsniveau festzulegen und eine präzise Wesentlichkeitsanalyse durchzuführen. In dieser frühen Phase mussten wir außerdem Voranalysen unserer Wertschöpfungskette sowie Stakeholderanalysen anstoßen, um den Rahmen für das Projekt zu setzen.“

Welche besonderen Herausforderungen haben sich bei der Definition des Berichtsumfangs und der Konsolidierung der Konzernstruktur ergeben?

Manuel Viehmann: „Ein entscheidender Punkt war die Konsolidierung der Berichtspflichten und die Bestimmung, welche Bereiche der Organisation in der CSRD-Berichterstattung in welchem Detail abgebildet werden müssen. In unserem Fall war es eine Herausforderung, dass innerhalb der Organisation unterschiedliche Geschäftsaktivitäten ausgeübt werden. Das erforderte eine differenzierte und damit umfangreiche Impact-Orientierung bei der Offenlegung.“

Wie haben Sie die Datenerhebung organisiert, insbesondere in einer dezentralen Struktur?

Manuel Viehmann: „Eine unserer größten Herausforderungen war, die Verantwortlichkeiten und Kompetenzen für die dezentrale Datenerhebung mit den konkreten Anforderungen der ESRS zu verknüpfen. Wir haben uns im Projekt daher für den Aufsatz eines CSRD-Kompetenznetzwerkes innerhalb des Konzerns entschieden. Wir sind somit in der Lage, die Datenanforderungen und auch den entsprechenden Rücklauf zu kanalisieren und mit eindeutigen Verantwortlichkeiten zu hinterlegen. Die Verknüpfung von Datenpunkten und deren Zuständigkeiten war unerlässlich, um zum einen Verzögerungen bei der Datenerhebung zu vermeiden und zum anderen eine nachhaltige und zukunftsorientierte Struktur aufzusetzen, die uns in die Lage versetzt, zielgerichtet und effizient mit zukünftigen Anforderungen umgehen zu können. Neben diesen eher strukturellen Herausforderungen ist auch die letztendliche Erhebung der Daten nicht zu unterschätzen. Sowohl die Verfügbarkeit der Daten als auch die Qualität ermittelter Kennzahlen hinsichtlich ihrer Berechnungslogik muss innerhalb des CSRD-Kompetenznetzwerks überprüft und diese ggf. angepasst werden.“

Wie wurde die Berichterstattung selbst in die bestehenden Prozesse integriert?

Manuel Viehmann: „Die Integration der Reportingabläufe in das bestehende Prozessframework war von zentraler Bedeutung, da wir von Anfang vermeiden wollten, für die CSRD-Berichterstattung Parallelprozesse zu bestehenden Abläufen zu implementieren, sondern diese um die CSRD-Spezifika zu erweitern. So besteht bspw. eine starke Verknüpfung zum Risikomanagement, dem Reporting und zu unseren Strategieprozessen. Gemeinsam mit den entsprechenden Fachbereichen lassen sich hier – teilweise in Kombination mit einer grundsätzlichen Prozessoptimierung – klasse Ergebnisse erzielen. Diese können je nach Ansatz auch auf die Erstellung eines Prozessframeworks, einer IKS-Validierung oder auch einer Harmonisierung im Data Management einzahlen.“

Welchen Rat würden Sie Organisationen geben, die gerade erst mit der CSRD-Berichterstattung beginnen?

Manuel Viehmann: „Der wichtigste Ratschlag ist, frühzeitig und vor allem strukturiert mit der Planung zu beginnen und sicherzustellen, dass alle betroffenen Abteilungen eingebunden sind. Die Klärung der Berichtspflichten und eine sorgfältige Wesentlichkeitsanalyse sind wesentliche erste Schritte. Darüber hinaus ist es hilfreich, sich auf die Herausforderungen bei der Datenerhebung vorzubereiten und klare Verantwortlichkeiten festzulegen, um eine reibungslose Berichterstattung zu gewährleisten.“

Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Dr. Malte Frederik Möller, Geschäftsführer der Change Hub GmbH.

Unser Gesprächspartner Manuel Viehmann steht gerne für einen Austausch mit unseren Kunden aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft zur Verfügung. Hier geht es zu seinem LinkedIn-Profil.

Foto von Towfiqu barbhuiya auf Unsplash

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